Idole des Zwanzigsten Jahrhunderts. VIII. Moral ohne Religion Religi?s-wissenschaftliche Vortr?ge 【電子書籍】[ Otto Cohausz ]
<p>Auf die Frage: warum ist etwas gut, z. B. die Heiligung des Sabbats und die Ehrfurcht vor den Eltern, und warum ist etwas, z. B. Unzucht und Diebstahl, schlecht? antwortet der Christ wohl zuerst: weil Sabbatheiligung und Elternliebe von Gott geboten und weil Unzucht und Diebstahl von ihm verboten wurden. Sein n?chstliegendes Unterscheidungsmerkmal findet er also in den ≫Zehn Geboten≪. Er geht darin sicher; denn, was Gott geboten, kann nicht sittlich schlecht, und was er verboten, nicht sittlich gut sein. Diese Norm ist zwar nicht die letzte objektive, wie sp?ter gezeigt werden wird, aber doch die praktisch brauchbarste, weil n?chstliegende. Die Moderne will dieses Kriterium, weil es in einem ≫Fremdwillen≪ und auf ≫religi?sen Verpflichtungen≪ beruht, nicht gelten lassen. ≫O, meine Br?der, zerbrecht mir die alten Tafeln!≪ so hat einer der Gewaltigsten gesprochen (Nietzsche, Zarathustra ≫Von alten und neuen Tafeln≪), und abermals klirren die Tr?mmer des Gottesdokumentes am Felsen. Moses zerbrach die zwei Tafeln, weil sie ihm f?r das s?ndige Volk zu heilig schienen, die Moderne entledigt sich ihrer, weil sie ihr sittlich nicht hoch genug stehen. Aber was will sie denn an ihre Stelle setzen? Wonach soll denn unsere Zeit entscheiden, was gut und was b?s ist? Chaotisch fluten die Antworten auf diese Frage durcheinander. ≫Sittlich gut ist≪, sagt uns der Prophet des ?bermenschen, ≫was den Willen zur Macht f?rdert≪, und ≫sittlich gut ist≪, sagt uns im Gegenteil ein Schopenhauer, ≫was aus Mitgef?hl mit andern hervorgeht≪. ≫Sittlich gut ist≪, sagt uns ein Kant, ≫was aus reinem Pflichtgef?hl hervorgeht≪, und ≫sittlich gut ist≪, sagt ein De la Mettrie, ≫nur das und alles das, was mit Lust und aus Lust verrichtet wird≪. ≫Sittlich gut ist≪, sagt ein Reid, ≫was am gesunden Menschenverstand gemessen wird≪, und ≫sittlich gut≪, sagt ein Shaftesbury, ≫ist das, was mit dem moral sense ?bereinstimmt≪. ≫Sittlich gut≪, nennt der gestrenge Fichte das, ≫was das Ich vervollkommnet≪, und ≫sittlich gut≪ nennt der zynische Helvetius alles das, ≫was den Sinnenkitzel f?rdert≪. ≫Sittlich gut≪ ist dem Egoisten Stirner alles, ≫was das Ich hebt, unbek?mmert um das Wohlergehen anderer≪, und als ≫sittlich gut≪ bezeichnete ein John Stuart Mill, ein Laas, ein Lotze nur das, ≫was das gr??tm?glichste Gl?ck der gr??tm?glichsten Zahl hervorzaubert, unbek?mmert um das Schicksal des einzelnen≪. ≫Sittlich gut≪ handelt nach Wundt und Paulsen, ≫wer immer auf Steigerung der Kultur hindr?ngt≪, ≫sittlich gut≪ handelt nach Eduard von Hartmann, ≫wer zur schnellen Weltvernichtung beitr?gt≪.</p>画面が切り替わりますので、しばらくお待ち下さい。 ※ご購入は、楽天kobo商品ページからお願いします。※切り替わらない場合は、こちら をクリックして下さい。 ※このページからは注文できません。
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